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Musicalstars erhalten den Applaus, die Helfer neben der Bühne die Genugtuung

Endspurt: Nur noch bis zum 28. Juli 2018 spielt «Die Schöne und das Biest» als grandioses Openair-Musical auf der Walensee-Bühne. Das Publikum ist sich einig: Ein begeisterndes Musical auf der schönsten Seebühne der Schweiz. Die schöne Bella wird von Eveline Suter gespielt, die von Ex-Mister Schweiz Jan Oliver Bühlmann in der Rolle des Gustav umschwärmt wird. Liebestipps bekommt er dabei von Musical-Star Patric Scott, der den Part seines besten Freundes übernimmt.

Lange vor und lange nach den Musicalstars und Musikern huschen viele Helferinnen und Helfer über das Musicalgelände am Walensee. Viele stammen aus der Gegend, andere kommen aus St. Gallen oder dem Rheintal. Alle ver-bindet eines: Sie wollen den Gästen einen unvergesslichen Abend mit St. Galler Bratwurst, Bier, Wein oder köstlichen Spezialitäten im Gourmetzelt be-reiten. Andere lösen diese Aufgabe mit einem Lächeln und Charme. Doch ihre Arbeit ist wichtig für das Wohlfühlen der Gäste. Während die Musicaldar-steller nach der Vorstellung jeweils tosenden Applaus erhalten, freuen sich im Hintergrund die guten Seelen im Stillen über den Erfolg, der ohne die Maskenbildnerinnen, Platzanweiser, Bratwurstbrater oder Sicherheitsleute
so nicht möglich gewesen wäre. Wir haben uns neben den Kulissen der Walensee-Bühne nach jenen umgesehen, die nicht im Programmheft auftau-chen und doch allabendlich einen guten Job machen müssen. Dank ihrer Ar-beit können an den Spielabenden, noch bevor der „Vorhang aufgeht“ hun-derte Gäste die unglaublich schöne Kulisse am Walensee, am Fusse der Churfirsten bei einem Glas Wein und feinem Essen geniessen…

Doris Giger wohnt einen Steinwurf von den Walensee-Bühne entfernt. Sie ist eine treue Seele, hat seit Heidi (2005/06) kein Musical als Helferin ausgelas-sen. Diesmal bewacht sie die Bühne vor allzu übermütigen Selfie-Jägern. Viele Gäste kennen sie und umgekehrt. Sie hilft bei der Suche nach dem richtigen Aufgang und schenkt hier ein Lächeln und da ein freundliches Wort. „Ich liebe Musicals einfach“, erklärt sie und gesteht offen, dass das allererste Musical Heidi mit Patric Scott als Peter einfach das Schönste war. Damals musste der kleine/grosse Sänger und Musiker jeden Abend noch von den Eltern mit dem Auto nach Walenstadt gefahren werden. Seither liebt ihn das Publikum. Jede Pointe im komödiantischen Zusammenspiel mit seinem Freund Gustav (Jan Oliver Bühlmann) wird vom Publikum mit Szenenap-plaus und lauten Lachern quittiert.

Wenigstens die Musik bekommt der Sicherheitsmann zu hören…

Kaum etwas vom Musical bekommt Markus Walther, Sicherheitsbeauftragter, mit. Zusammen mit seiner Mitarbeiterin Rahel Held steht er in der gleissen-den Abendsonne und kontrolliert am Eingang die Tickets. Beide freundlich, lächelnd und hilfsbereit. Der „Security“ zur Stimmung: „Ein total friedlicher und entspannter Event!“ So mache die Arbeit Spass, meint Walther, was man von Festivals nicht immer behaupten könne. Noch hat er das Musical nicht sehen können, aber die Musik könne er bereits auswendig mitsummen. Ihm und seinem Team obliegt auch die Überwachung des Geländes Tag und Nacht. Gigers „Chef“ und mit Sicherheitsfragen bestens bekannt, ist Platz-chef Dominic Lanz. Für ihn sind die Vorführungen kein Spass. Er ist ge-spannt wie eine Feder. Er muss an alle Eventualitäten denken und auf Ereig-nisse wie Feuer, Sturm oder Panik vorbereitet sein. Die Walenseebühne hat schon viele Unwetter erlebt. Schwere Gewitter und Sturmböen machten so-gar eine Evakuierung notwendig. Doch das war vor seiner Zeit. „Das Wetter meint es gut mit uns! So herrscht eine coole, tolle Stimmung am Walensee. Und eine sehr friedliche!“

Auch bei 32 Grad sitzt der schwarze Anzug und die gelbe Krawatte

Schweiss rinnt Dietmar Marte, Grillchef beim Stand von Migros-Catering, nicht nur wegen der Sonne über das Gesicht. Der Gasgrill jagt die Tempera-turen noch weiter in die Höhe. „Das ist Musik“, lacht der Österreicher, „bereist sind fast 400 St. Galler Bratwürste noch vor dem ersten Takt weg,
Er rechnet schon aus, wie viele Würste er am nächsten Tag mit seinem grossen Lastwagen er anliefern soll. Im Hauptberuf ist er nämlich Chauffeur. „Aber Grillieren macht auch viel Spass.“ Schwarzer Anzug, gelbe Krawatte und braungebranntes Gesicht sind die Markenzeichen von Chef de Service Gerd Kisslinger. Im VIP-Zelt schaut er, dass die Gäste zügig und fachlich korrekt bedient werden. Diese zu kulina-risch und menschlich zum Verwöhnen ist das Ziel seines Teams. Verspätun-gen darf es keine geben, denn das Musical ruft alle um 19.30 Uhr auf die Tri-büne. Auch Kisslinger ist von der friedlichen Ambiente angetan. Die Gäste würden den Abend jeden Moment geniessen und seien entspannt, erklärt er und schenkt einer Dame Weisswein nach.
Inzwischen ist auch Marco Wyss von seiner Musical-Führung zurück. Gegen 50 Interessierte hat er duch die Katakomben der Bühne geführt, von den Künstlern in der Maske mit keinem Blick gewürdigt. Man ist es gewohnt, dass vor dem Musical Zuschauer Freilauf haben…
Bilder

Fotocredit: Andy Mettler/swiss-image.ch

2018-07-28T18:54:18+00:00